
Vorbereitung für das Aufstellen des Kreuzes
Nach der Schneeschmelze im Sommer des Jahres 1950 wurden die Arbeiten am Berg fortgesetzt. Unter der Leitung von Josef Hell, Franz Schaffner und vor allem deren Söhnen (Hermann Hell, Hans Hell und Franz Schaffner jun.) musste jedes Schalungsbrett, alle Schweißgeräte, Werkzeuge, Baumaterialien sowie Zement und Wasser im wahrsten Sinne des Wortes mit bloßen Händen und auf dem eigenen Rücken zum Gipfel geschafft werden. Insgesamt handelte es sich um eine gewaltige Menge von 416 Zentnern (20,8 Tonnen) Material. Da der gesamte Einsatz auf Freiwilligkeit basierte und jeder dann anpackte, wenn er Zeit hatte, zog sich das Vorhaben über Wochen hinweg. Wie extrem die körperliche Schinderei war, veranschaulicht eine Erinnerung von Franz Schaffner: Während der Betonierarbeiten schleppte er an einem einzigen Tag 13-mal jeweils einen halben Zentner Zement von der Steinlingalm hinauf zum Gipfel – Hermann Hell lief die Strecke an diesem Tag sogar 14-mal.
Große Probleme bereitete zudem der harte Fels, in den die Fundamente und Befestigungen eingearbeitet werden mussten. Da den Männern weder Schlagbohrer, Kompressoren noch andere mechanische Hilfsmittel zur Verfügung standen, mussten die Löcher für die Verankerung in wochenlanger Arbeit – meist an den Wochenenden – mühsam von Hand aus dem Gestein herausgemeißelt werden. Anschließend betonierte man den gewichtigen Sockel aus Panzerstahl ein. Das Kreuz selbst wurde erst direkt vor Ort auf dem Berg zusammengeschweißt. Nach der Fertigstellung konnte der Fuß – ähnlich wie beim traditionellen Maibaumaufstellen – an einem Splint fixiert und die monumentale Konstruktion mit vereinten Kräften in die Senkrechte gerichtet werden. Als die Schweißarbeiten erfolgreich abgeschlossen waren, war die Freude beim „Schmiedei“ so riesig, dass er auf dem Kreuz, das auf dem schmalen Gipfelgrat lag, übermütig einen Handstand machte.
