Noch kein Bild vorhanden.

Hans Kurz

Er war als frei­wil­li­ger Hel­fer an der über­aus müh­sa­men, ein­wö­chi­gen Trans­port­ak­ti­on der Kreuz­tei­le auf die Kam­pen­wand im Som­mer 1949 betei­ligt.

Als tat­kräf­ti­ger Unter­stüt­zer aus Hohen­aschau half er dem für den Trans­port ver­ant­wort­li­chen Paul Kink bei der anstren­gen­den Auf­ga­be, die bis zu zehn Meter lan­gen Ein­zel­tei­le des Kreuzes vom Ver­la­de­bahn­hof Aschau auf den Berg zu brin­gen. Der beschwer­li­che Weg führ­te über den alten Zieh­weg mit einem von Mulis gezo­ge­nen Gespann hin­auf bis zur Latschen­gren­ze ober­halb der Stein­lin­g­alm.

Gemein­sam mit wei­te­ren frei­wil­li­gen Hel­fern war er anschlie­ßend auch am Auf­bau der Hoch­zieh-Vor­rich­tung betei­ligt – einem Seil­zug, mit dem die schwers­ten Tei­le auf den Gipfel gehievt wer­den soll­ten.

Um die dafür benö­tig­ten 400 Meter Seil aus Aschau her­an­zu­schaf­fen, lie­fen Frei­wil­li­ge, wie z.B. der Spät­heim­keh­rer Bru­no Mnich, den anstren­gen­den Weg bis zu drei­mal am Tag.

In müh­se­li­ger Arbeit wur­den die schwe­ren Eisen­tei­le des Kreuzes teil­wei­se auf Eisen­rut­schen bis an die Fels­wand her­an­ge­schleift.

Unter­stützt von einem Motor, aber vor allem durch rei­ne Mus­kel­kraft, wur­de das schwe­re Mate­ri­al frei über dem Abgrund schwe­bend auf den Gip­fel­fel­sen hoch­ge­wuch­tet, wäh­rend ande­re Hel­fer mit Brech­ei­sen uner­müd­lich dafür sorg­ten, dass die Tei­le nicht an der Fels­wand hän­gen blie­ben.

Ein Doku­men­tar­film „Das Chiem­gau-Kreuz“ von 2004 des Fil­me­ma­chers Jür­gen Mar­tin zeigt die span­nen­de Geschich­te, wie das Kreuz auf den Gipfel der Kam­pen­wand hin­auf­kam und welch unglaub­li­ches Geschick und wel­che Kraft es Paul Kink und sei­nen star­ken Hel­fern abver­lang­te, die­se enor­me Leis­tung zu stem­men.

Gera­de noch recht­zei­tig vor dem Win­ter­ein­bruch war die­ser anstren­gen­de und sehr gefähr­li­che Kraft­akt voll­bracht: Dank zahl­rei­cher Hel­fer aus vie­len Chiem­gau-Gemein­den, die vor allem an den Wochen­en­den uner­müd­lich mit anpack­ten, waren alle Kreuz­tei­le auf den Gipfel geschafft wor­den. Dort lager­ten sie bis zur Fer­tig­stel­lung des neu­en Gip­fel­kreu­zes 1950.