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Hans Loipl

Als der Höslwan­ger Schmied, Josef Hell, 1949 sein eiser­nes Gedenk­kreuz schmie­de­te und mit sei­nem Mit­er­bau­ern Franz Schaff­ner, ihren Söh­nen und allen Mit­hel­fern 1950 am Ost­gip­fel der Kam­pen­wand auf­stell­te, war ein Wahr­zei­chen des Chiem­gaus gebo­ren.

Doch ein wesent­li­cher ange­dach­ter Bestand­teil fehl­te und wur­de erst 50 Jah­re spä­ter von Franz Schaff­ner juni­or mit einem klei­nen Team ange­bracht.

Für das Chiem­gau-Kreuz fer­tig­te man bereits schon vor 50 Jah­ren drei gro­ße Metall­ku­geln, die für die Kreu­zen­den als zie­ren­der Abschluss gedacht waren.

In einer im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes schweiß­trei­ben­den Akti­on zum gro­ßen 50. Jubi­lä­um im Jahr 2001 ver­voll­stän­dig­ten fünf Höslwan­ger zum ers­ten Mal das Monu­ment und mach­ten sich dar­an, die­se Metall­ku­geln am Gip­fel­kreuz anzu­brin­gen. Eine ech­te Kno­chen­ar­beit bei hoch­som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren, denn jede ein­zel­ne Kugel brach­te stol­ze 30 Kilo­gramm auf die Waa­ge.

Mit einem eigens zusam­men­ge­stell­ten Seil­zug schaff­ten es die Män­ner – Hans Loipl, Andre­as Fischer, Mar­kus Künz­ner, Franz Schaff­ner juni­or und sein Sohn Franz Schaff­ner — an drei har­ten Arbeits­ta­gen, die Kugeln zu mon­tie­ren. Im Zuge die­ser Arbei­ten ver­pass­ten die Höslwan­ger dem gesam­ten Kreuz auch gleich noch einen fri­schen Anstrich.

Damit schloss sich nach fünf Jahr­zehn­ten ein Kreis: Das Kam­pen­wand­kreuz hat nun end­lich das Gesicht erhal­ten, das schon vor 50 Jah­ren dafür vor­ge­se­hen und fer­tig­ge­stellt war.

Drei Jah­re nach der Anbrin­gung der Metall­ku­geln zum 50. Jubi­lä­um des Chiem­gau-Kreuzes war es 2003 erneut ein Team von Franz Schaff­ner juni­or das für Auf­se­hen und eine wei­te­re wert­vol­le Erneue­rung des Gedenk­mo­nu­ments sorg­te. Wie­der mit groß­ar­ti­ger Hil­fe vor­ort, der Metall­bau­er Loipl Hans.

Es ist ein erha­be­ner Anblick, wenn das Kam­pen­wand­kreuz zu beson­de­ren Anläs­sen hoch über dem Chiem­gau in der Dun­kel­heit auf­leuch­tet. Doch was heu­te so selbst­ver­ständ­lich wirkt, war frü­her mit enor­men Mühen ver­bun­den.

In den ers­ten Jahr­zehn­ten gab es auf dem expo­nier­ten Gipfel natur­ge­mäß kei­nen Strom. Um das Kreuz erstrah­len zu las­sen, muss­te jedes Mal ein Fünf-Liter-Ben­zin­ka­nis­ter auf den Gipfel gebracht wer­den. Die­se Men­ge reich­te aus, um die Lam­pen mit­hil­fe eines Strom­ag­gre­gats für etwa vier bis fünf Stun­den zum Leuch­ten zu brin­gen.

Schon lan­ge trug Franz Schaff­ner jun. den Plan im Her­zen, die Lam­pen auf dem Chiem­gau-Kreuz dau­er­haft mit Solar­strom zu ver­sor­gen. Zusam­men mit sei­nem Sohn Franz Schaff­ner gelang es ihm schließ­lich, nam­haf­te Fach­fir­men mit ins Boot zu holen. Dank deren gro­ßer Spen­den­be­reit­schaft – sowohl an Mate­ri­al als auch an Arbeits­leis­tung – konn­te das visio­nä­re Pro­jekt schluss­end­lich in die Tat umge­setzt wer­den. Zu den Unter­stüt­zern gehör­ten:

- Solar­fa­brik Frei­burg
— Bay­ern Bat­te­rien
— Fir­ma Ste­ca
— Fir­ma Stein­ber­ger Elec­tro­nic
— Chiem­see Solar

Den mas­si­ven Bat­te­rie­kas­ten bau­ten Hans Loipl von der Fir­ma Knott und Sebas­ti­an Schach­ner. Die detail­lier­te Pla­nung und die eigent­li­che Mon­ta­ge vor Ort führ­ten Hartl Hin­ter­hol­zer und Andi Wend­lin­ger von der Fir­ma Chiem­see Solar durch. Tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung erhiel­ten die bei­den von Man­fred Hai­der (Fir­ma EMV Egg­stätt), der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Höslwang, der Berg­wacht sowie vie­len frei­wil­li­gen Hel­fern, allen vor­an aus Ber­nau und Höslwang.

Seit dem Jahr 2003 gehört das Schlep­pen von Ben­zin­ka­nis­tern und schwe­ren Aggre­ga­ten glück­li­cher­wei­se der Ver­gan­gen­heit an: dank die­ser moder­nen Solar­an­la­ge wird das Kreuz nun voll­kom­men aut­ark und umwelt­freund­lich mit Solar­strom ver­sorgt, sodass die Lam­pen sau­ber und zeit­ge­mäß in den Nacht­him­mel leuch­ten.