GRUSSWORTE ZUM
JUBILÄUM
Das Bewahren der Traditionen
Aus heutiger Sicht betrachtet, ist die Errichtung des stählernen Gipfelkreuzes der Kampenwand, aber auch des hölzernen Vorgängers vor über 100 Jahren, vor allem eines, nämlich ein sehr beeindruckendes Statement. Das Kreuz belegt den tiefverwurzelten christlichen Glauben seiner Erbauer. Es steht für den Wunsch, die Gefallenen der beiden Weltkriege nicht zu vergessen und es zeigt, was möglich ist, wenn Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen und bereit sind, an ihre persönlichen Grenzen zu gehen, oder vereinzelt sogar darüber hinaus.
Was heute mit dem Hubschrauber erledigt werden würde, war damals reine Handarbeit, im wahrsten Sinne des Wortes. Jedes Werkzeug, alle Baumaterialien, sogar das Wasser für den Zement mussten nach oben getragen werden. In einem einzigen Satz, der auf dieser Homepage zu lesen ist, wird die brutale Schinderei zusammengefasst: „Während der Betonierarbeiten schleppte er (Franz Schaffner) an einem einzigen Tag 13-mal jeweils einen halben Zentner Zement von der Steinlingalm hinauf zum Gipfel – Hermann Hell lief die Strecke an diesem Tag sogar 14-mal.“
Die Errichtung eines 12 Meter hohen Kreuzes auf dem Ostgipfel der Kampenwand war keine Spinnerei von einigen Wenigen. Es war ein Projekt, das beim Höslwanger Schmied Josef Hell seinen Anfang nahm und immer mehr Menschen begeisterte. Dazu gehörten auch der damalige Landrat Georg Knott und alle Bürgermeister des früheren Landkreises Rosenheim.
Am Ende würdigte der erste Bundespräsident der noch jungen Bundesrepublik Deutschland Theodor Heuss den Initiator Josef Hell, stellvertretend für alle seine Mitstreiter, mit dem Bundesverdienstkreuz.
Diese Homepage erzählt nicht nur die Geschichte von der Errichtung eines Gipfelkreuzes. Sie dokumentiert, was möglich ist mit Idealismus und Leidenschaft. Oder, um es anders zu formulieren: Anpacken, weil es als wichtig erachtet wurde – pure Inspiration!
Otto Lederer
Landrat des Landkreises Rosenheim

