
Die feierliche Einweihung des Chiemgau-Kreuzes 1951
Am Sonntagvormittag, den 26. August 1951, war es an einem sonnigen Spätsommertag endlich so weit: Das über Jahre hinweg verfolgte Ziel der beiden Hauptinitiatoren Josef Hell und Franz Schaffner wurde Wirklichkeit, als das Mahnmal auf dem Ostgipfel der Kampenwand den Chiemgauer Opfern beider Weltkriege zum Gedenken feirlich geweiht wurde. Der Hohenaschauer Schlosskaplan, Monsignore Dr. Alois Röck – der bereits im Jahr 1923 das hölzerne Vorgängerkreuz geweiht hatte – stieg zum neuen Monument hinauf, um ihm den kirchlichen Segen zu erteilen. Im Anschluss trug er sich gemeinsam mit den Erbauern sowie zahlreichen Ehrengästen, darunter der Rosenheimer Landrat Georg Knott, Rosenheims Oberbürgermeister Albert Überreiter und vielen weiteren wichtigen Persönlichkeiten in das neue Gipfelbuch ein.
Danach zelebrierte Monsignore Dr. Alois Röck vor der Steinlingalm einen Festgottesdienst, der vom Gesang der Aschauer Dirndln feierlich umrahmt wurde. Zu dieser Messe waren rund 3.000 Besucher aus dem gesamten Chiemgau den beschwerlichen Weg auf die Kampenwand gewandert. Die Seilbahn gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Für all die vielen Helfer, die während der fast dreijährigen Bauzeit in irgendeiner Weise an der Verwirklichung der Idee mitgewirkt hatten, war es fortan „ihr“ Kreuz, das dort oben vom Gipfel strahlte. Mit diesem weithin sichtbaren Werk ehrte die gesamte Region all jene, die aus den unseligen Kriegen nicht mehr in ihre Heimat zurückgekehrt waren.
Um das Bauwerk weithin sichtbar beleuchten zu können, sammelte man 1950 noch 13 freistehende Scheinwerfer, wie sie heute an Oldtimern zu sehen sind. Diese wurden auf den Kreuzbalken installiert und konnten mittels eines Aggregats beleuchtet werden. Der Tank fasste fünf Liter und reichte etwa für 4–5 Stunden Betrieb. Das Licht war laut Josef Hell noch bis nach Ebersberg zu sehen.
In Anerkennung seiner besonderen Verdienste um den Bau des Chiemgau-Kreuzes auf der Kampenwand ernannte die Gemeinde Höslwang bereits am 19. Januar 1951 und die Gemeinde Hohenaschau am 26. Januar 1951 den Schmiedemeister Josef Hell – stellvertretend für alle Mitwirkenden und Helfer – zum Ehrenbürger. (Gemeindearchiv Aschau i.Ch.)
