
Der große Augenblick, das Chiemgau-Kreuz wird aufgestellt
Pünktlich um 12 Uhr mittags am 24.09.1950 begann die gefährliche Arbeit auf dem schmalen Grat des Ostgipfels. Beim Aufrichten des Kreuzes wäre es dabei beinahe zu einer Katastrophe gekommen: Man hatte im Vorfeld vergessen, den oberen Splint zu entfernen, der eigentlich erst beim fertig stehenden Kreuz als provisorische Sicherung durchgesteckt werden sollte. Erst als das wuchtige Eisenkreuz nahezu senkrecht stand und in der Halterung einrasten sollte, traf es auf den noch im Loch steckenden Bolzen. Durch den enormen Hebeldruck zerbrach dieser jedoch plötzlich. Glücklicherweise hielt der Splint am Fuß des Kreuzes stand, sodass die Männer die Konstruktion geschickt ausbalancieren konnten – andernfalls hätte es mit Sicherheit eine Tragödie gegeben. Dank dieser schnellen Reaktion passierte bei der gesamten Aktion „Gipfelkreuz Kampenwand“ kein einziger nennenswerter Unfall, bei dem ein Arzt hätte hinzugerufen werden müssen.
Gesichert wurde das Monument schließlich mit massiven Stahlseilverspannungen. Diese wurden so dimensioniert, dass sie dem berechneten Winddruck quer zur Hauptfläche standhalten, der bei der insgesamt 10,2 Quadratmeter großen Kreuzfläche gewaltige 2.125 Kilogramm beträgt. Etwas später montierte man am unteren Teil des Kreuzes dann die markante Eisenraute. Sie dient als Träger für die Gedenktafeln der umliegenden Gemeinden, auf denen die Zahlen der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege festgehalten sind. Bis heute ist das Chiemgau-Kreuz das höchste Gipfelkreuz in den Bayerischen Alpen. Auf dem Kreuz sind von links nach rechts Franz Schaffner jun., Hermann Hell (Sohn vom Schmied) und Josef Hell zu sehen.
