
Das Chiemgau-Kreuz leuchtet seit 2003 mit Sonnenstrom
Es ist ein erhabener Anblick, wenn das Kampenwandkreuz zu besonderen Anlässen hoch über dem Chiemgau in der Dunkelheit aufleuchtet. Doch was heute so selbstverständlich wirkt, war früher mit enormen Mühen verbunden.
In den ersten Jahrzehnten gab es auf dem exponierten Gipfel naturgemäß keinen Strom. Um das Kreuz erstrahlen zu lassen, musste jedes Mal ein Fünf-Liter-Benzinkanister auf den Gipfel gebracht werden. Diese Menge reichte aus, um die Lampen mithilfe eines Stromaggregats für etwa vier bis fünf Stunden zum Leuchten zu bringen. Eine logistische und körperliche Meisterleistung, die nach dem Tod des letzten Nachfahren der Familie Hell im Jahr 1976 komplett und allein von der Familie Schaffner ausgeführt wurde.
Schon lange trug Franz Schaffner junior den Plan im Herzen, die Lampen auf dem Chiemgau-Kreuz dauerhaft mit Solarstrom zu versorgen. Zusammen mit seinem Sohn Franz Schaffner gelang ihm schließlich, namhafte Fachfirmen mit ins Boot zu holen. Dank deren großer Spendenbereitschaft – sowohl an Material als auch an Arbeitsleistung – konnte das visionäre Projekt schlussendlich in die Tat umgesetzt werden. Zu den Unterstützern gehörten:
- Solarfabrik Freiburg
- Bayern Batterien
- Firma Steca
- Firma Steinberger Electronic
- Chiemsee Solar
Den massiven Batteriekasten bauten Hans Loipl von der Firma Knott und Sebastian Schachner. Die detaillierte Planung und die eigentliche Montage vor Ort führten Hartl Hinterholzer und Andi Wendlinger von der Firma Chiemsee Solar durch. Tatkräftige Unterstützung erhielten die beiden von Manfred Haider (Firma EMV Eggstätt), der Freiwilligen Feuerwehr Höslwang, der Bergwacht sowie vielen freiwilligen Helfern, insbesondere aus Bernau und Höslwang.
Seit dem Jahr 2003 gehört das Schleppen von Benzinkanistern und schweren Aggregaten glücklicherweise der Vergangenheit an: Dank dieser modernen Solaranlage wird das Kreuz nun vollkommen autark und umweltfreundlich mit Solarstrom versorgt, sodass die Lampen sauber und zeitgemäß in den Nachthimmel leuchten. Auch das Einschalten wurde revolutioniert: Die Beleuchtung wird seither ganz bequem per Funk aktiviert – ein Meilenstein, den Franz Schaffner junior fortan ganz komfortabel vom eigenen Balkon aus erledigen konnte.
