
Andreas Wendlinger
Drei Jahre nach der Anbringung der Metallkugeln zum 50. Jubiläum des Chiemgau-Kreuzes war es 2003 erneut ein Team von Franz Schaffner junior, das für Aufsehen und eine weitere wertvolle Erneuerung des Gedenkmonuments sorgte.
Es ist ein erhabener Anblick, wenn das Kampenwandkreuz zu besonderen Anlässen hoch über dem Chiemgau in der Dunkelheit aufleuchtet. Doch was heute so selbstverständlich wirkt, war früher mit enormen Mühen verbunden.
In den ersten Jahrzehnten gab es auf dem exponierten Gipfel naturgemäß keinen Strom. Um das Kreuz erstrahlen zu lassen, musste jedes Mal ein Fünf-Liter-Benzinkanister auf den Gipfel gebracht werden. Diese Menge reichte aus, um die Lampen mithilfe eines Stromaggregats für etwa vier bis fünf Stunden zum Leuchten zu bringen.
Schon lange trug Franz Schaffner jun. den Plan im Herzen, die Lampen auf dem Chiemgau-Kreuz dauerhaft mit Solarstrom zu versorgen. Zusammen mit seinem Sohn Franz Schaffner gelang es ihm schließlich, namhafte Fachfirmen mit ins Boot zu holen. Dank deren großer Spendenbereitschaft – sowohl an Material als auch an Arbeitsleistung – konnte das visionäre Projekt schlussendlich in die Tat umgesetzt werden. Zu den Unterstützern gehörten:
- Solarfabrik Freiburg
- Bayern Batterien
- Firma Steca
- Firma Steinberger Electronic
- Chiemsee Solar
Den massiven Batteriekasten bauten Hans Loipl von der Firma Knott und Sebastian Schachner. Die detaillierte Planung und die eigentliche Montage vor Ort führten Hartl Hinterholzer und Andi Wendlinger von der Firma Chiemsee Solar durch. Tatkräftige Unterstützung erhielten die beiden von Manfred Haider (Firma EMV Eggstätt), der Freiwilligen Feuerwehr Höslwang, der Bergwacht sowie vielen freiwilligen Helfern, allen voran aus Bernau und Höslwang.
Seit dem Jahr 2003 gehört das Schleppen von Benzinkanistern und schweren Aggregaten glücklicherweise der Vergangenheit an: Dank dieser modernen Solaranlage wird das Kreuz nun vollkommen autark und umweltfreundlich mit Solarstrom versorgt, sodass die Lampen sauber und zeitgemäß in den Nachthimmel leuchten.
Jürgen Martin, ein Filmemacher aus Weisham bei Bernau, begleitete filmisch die Modernisierungsarbeiten der Kreuzbeleuchtung. Herr Martin produzierte 2004 den sehr interessanten Dokumentarfilm „Das Chiemgau-Kreuz“.
