
Andreas Fischer
Als der Höslwanger Schmied, Josef Hell, 1949 sein eisernes Gedenkkreuz schmiedete und mit seinen Miterbauern Franz Schaffner, ihren Söhnen und allen Mithelfern 1950 am Ostgipfel der Kampenwand aufstellte, war ein Wahrzeichen des Chiemgaus geboren.
Doch ein wesentlicher angedachter Bestandteil fehlte und wurde erst 50 Jahre später von Franz Schaffner junior mit einem kleinen Team angebracht.
Für das Chiemgau-Kreuz fertigte man bereits schon vor 50 Jahren drei große Metallkugeln, die für die Kreuzenden als zierender Abschluss gedacht waren.
In einer im wahrsten Sinne des Wortes schweißtreibenden Aktion zum großen 50. Jubiläum im Jahr 2001 vervollständigten fünf Höslwanger zum ersten Mal das Monument und machten sich daran, diese Metallkugeln am Gipfelkreuz anzubringen. Eine echte Knochenarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen, denn jede einzelne Kugel brachte stolze 30 Kilogramm auf die Waage.
Mit einem eigens zusammengestellten Seilzug schafften es die Männer – Hans Loipl, Andreas Fischer, Markus Künzner, Franz Schaffner junior und sein Sohn Franz Schaffner — an drei harten Arbeitstagen, die Kugeln zu montieren. Im Zuge dieser Arbeiten verpassten die Höslwanger dem gesamten Kreuz auch gleich noch einen frischen Anstrich.
Damit schloss sich nach fünf Jahrzehnten ein Kreis: Das Kampenwandkreuz hat nun endlich das Gesicht erhalten, das schon vor 50 Jahren vorgesehen und nun fertiggestellt war.
